DEUTSCHE SCHWEINEHALTUNG vs. WELTMARKT
Wohin geht die Reise?
Geschrieben von Kerstin Schinauer
BAT Agrar Opticare Fachberatung Ferkel
Stand: 20.10.2026
JAHRESSEMINAR, SCHWEINEHALTUNG & WELTMARKT
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Am 22. September fand unser jährliches Seminar für Schweinehalter statt. Gemeinsam mit AgroVision und Topigs Norsvin hatten wir unsere Kunden aus dem Schweinebereich nach Wiedemar eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Zukunft der deutschen Schweinehaltung.
Die Probleme sind vielfältig: Angefangen beim Personal über die weltpolitischen Geschehnisse, die den Markt stark beeinflussen, bis hin zu den Vorgaben des Staates, des Lebensmitteleinzelhandels, der ITW und Co.
Fachkräfte, Markt und Absatzchancen
Aufgrund des fehlenden Nachwuchses kommen viele Fachkräfte aus dem Ausland. Die Verständigung ist nicht immer einfach und die Einarbeitung gestaltet sich mitunter schwierig. Genau dafür hat Joep Gockel von PorcusPro die passende Lösung entwickelt. Er hat eine App mit vielen lehrreichen Videos und Erklärungen in mehreren Sprachen entwickelt, um die Einarbeitung im Stall zu erleichtern. Zusätzlich werden regelmäßig Tests durchgeführt, um das theoretische Wissen abzufragen. In Kombination mit der praktischen Durchführung im Stall unter Anleitung von Vorarbeitern oder Betriebsleitern wird die Einarbeitung zum Kinderspiel.
Marktentwicklung und Blick nach Großbritannien
Deike Harms, Direktorin für Landwirtschaft bei Westfleisch, und Karl-Heinz Tölle, Geschäftsführer der ISN-Projekt GmbH, sprachen über die Marktsituation für Schweinefleisch und Absatzmöglichkeiten durch höhere Haltungsstufen oder ITW. Frau Harms betonte, dass ITW ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Nationen darstellt, während Herr Tölle die schlechten Rahmenbedingungen für die geforderten Umbaumaßnahmen beleuchtete. Einig waren sich alle darüber, dass es nicht einfach werden wird, die zukünftigen Herausforderungen wie 5xD, die Ferkelversorgung und wirtschaftliche Preise zu meistern.
Oke Klein, der bei BAT Agrar den Rohwareneinkauf für das Mischfutter verantwortet, erläuterte die Marktverläufe der letzten Jahre sehr verständlich. Er stellte übersichtlich dar, wie diese zustande kamen und welche Ergebnisse daraus resultierten. Eindeutig ist, dass die weltpolitischen Einflüsse auf den Markt enorm groß sind. Hinzu kommen immer mehr rechtliche Rahmenbedingungen, die beispielsweise die Logistik erschweren und verteuern. Sein Fazit: Die indirekten Einflüsse auf die Preisbildung nehmen weiter zu.
Den Abschluss machte Dominic Charman aus Großbritannien. Er nutzt seine jahrelange Erfahrung in der Schweinebranche, um Betriebe mit seiner Beratung und Expertise erfolgreich in die Zukunft zu führen. Er erläuterte die Gegebenheiten vor Ort: > 90 % der Betriebe arbeiten im geschlossenen System. Außerdem sind etwa die Hälfte der Betriebe Freilandhaltungen. Die größten Herausforderungen sind die langwierigen Baugenehmigungsverfahren für Schweineställe, die Biosicherheit und der durch den Brexit erschwerte Export. Die Anzahl der Betriebe, die einer Integration angehören, wird immer größer. Die Landwirte wollen so ihr eigenes wirtschaftliches Risiko möglichst geringhalten und wieder Geld verdienen.
Wir haben diesen sehr informativen Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen. Beim gemütlichen Zusammensitzen folgten weitere interessante Gespräche und Diskussionen, sowohl zwischen den Landwirten als auch mit den Referenten.
Alles in allem war dieser Tag wieder ein voller Erfolg und wir freuen uns bereits jetzt, Sie auch im nächsten Jahr wieder mit spannenden Themen begrüßen zu dürfen!
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